Diskussion über diese Post

Avatar von User
Avatar von Pauline Brünger

Ein etwas anderer Punkt, aber was ich vielleicht noch ergänzen würde: Am Ende gewinnen Männer auch deswegen Wahlen, weil ihnen mehr Kompetenz zugeschrieben wird als Frauen. Das wird dann natürlich nochmal durch Schmutzkampagnen befeuert, die Frauen häufiger treffen als Männer, klar – aber auch unabhängig davon bleibt diese Diskrepanz bestehen. Anders kann ich mir eigentlich nicht erklären, warum z.B. Berîvan Aymaz in der Grünen-Hochburg Köln die OB-Wahl gegen ihren weißen, männlichen Mitbewerber von der SPD verloren hat. Oder warum der Grüne Martin Heilig in Würzburg haushoch gegen die weibliche CSU-Kandidatin Judith Roth-Jörg gewonnen hat. Ich finde, das bringt uns als progressive Kräfte nochmal in eine verzwicktere Lage: Welche Kosten sind Frauen nicht nur individuell bereit einzugehen, sondern welchen Preis nehmen wir auch für das politische Projekt in Kauf, dafür dass wir Frauen in die erste Reihe stellen? Ich weiß es ehrlicherweise nicht, aber es bedrückt mich sehr.

Either way, danke fürs Aufschreiben. Ich fühl's alles sehr doll.

Avatar von Julia Schmitz

Beispiele wie mit digitaler Gewalt an Frauen und sexualisierter ebenfalls öffentlich verhandelt wird, wirken auch auf der Ebene der zuschauenden passiven Person.

Es verstärkt Ohnmachtsgefühle und Wut sicherlich auch.

Gleichzeitig bemerken wir, dass nicht jede Frau gleichermaßen Zugang zu Schutz und starker Unterstützung hat.

Je realer, wiederholter, häufiger und näher die Bedrohung im öffentlich sichtbaren, desto krasser der Druck auf alle Frauen.

Das ist im Mittelalter schon Teil der Wirksamkeit von öffentlicher Zurschaustellung von Gewalt und Folter im Kontext von Macht Demonstrationen gewesen.

Billige wie grausame Methoden der moralischen Zersetzung

1 weiterer Kommentar …

Keine Posts

Sind Sie bereit für mehr?